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Kritik, LYON/Verdi, Macbeth
Herrische Handy-Hexen

(Lyon, 16.3.2018) Musikdirektor Daniele Rustioni offenbart die Modernität und seelische Sprengkraft des mittleren Verdi, Regisseur Ivo van Hove behauptet politische Aktualität
Die Entdeckung des Abends: Musikdirektor Daniele Rustioni
Neben dem Weltklasse-Chor die eigentliche Entdeckung des Abends ist Daniele Rustioni. Der junge Musikdirektor am „Opernhaus des Jahres“ gibt Verdi jene rhetorische Schärfe zurück, derer er bedarf, damit seine politischen Botschaften auch ganz ohne Regie-Zeigefinger spürbar werden: Mit aufregend zugespitzten Tempi, straffer und dennoch gefühlspraller Stabführung und immer wieder sprechenden Holzbläsersoli entdeckt Rustioni, dass die seelischen Abgründe der Figuren hier sehr wohl auch in einem wissenden Orchester offenbart werden. Der Italiener in Lyon macht die Modernität der Partitur deutlicher denn je.

Kritik, LYON/Verdi, Don Carlos
Liebesluder mit Defekt

(Lyon, 17.3.2018) Filmregisseur Christophe Honoré lässt viele Frage offen, Musikdirektor Daniele Rustioni und eine Weltklassebesetzung sind eine Reise wert
Musikdirektor Daniele Rustioni ist der Star
Heimlicher Star des Abends ist erneut Daniele Rustioni. Der junge italienische Musikdirektor in Lyon läuft mit seinem glänzenden Orchester nach dem „Macbeth“ erneut zu Hochform auf, er arbeitet nicht nur die feinen Farben der französischen Fassung des „Don Carlos“ mit Liebe zum Detail heraus, er sorgt auch für immer weiter gesteigerte Hochspannung. Dank der musikalischen Ausnahmequalität wird es dann doch ein bewegender Verdi-Abend.

Concerti.de, Peter Krause

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